Dodge & Burn leicht gemacht

„Dodge & Burn, was ist das überhaupt?“, „Warum brauch ich das?“, „Das ist viel zu kompliziert und dauert ewig.“ oder einfach „Wie mach ich das?“. Solche und ähnliche Fragen bzw. Vorurteile hört man von Neueinsteigern in die digitale Fotografie des Öfteren. Diese Vorurteile und/oder die fehlenden Kenntnisse sind dann auch schnell mal der Grund für eine Verweigerungshaltung gegenüber der Bildbearbeitung. Man könne ja schließlich fotografieren, da braucht man doch keine Nachbearbeitung. Tatsache aber ist, dass ein passend bearbeitetes Foto immer besser sein wird, als ein fertig aus der Kamera kommendes Bild. Im Übrigen ist auch das fertige JPG aus der Kamera bearbeitet. Was ihr da seht ist nicht die Wirklichkeit, sondern das Produkt der internen Bildbearbeitung und ihrer automatischen Algorithmen. Deswegen hat eure Kamera, wie eine Bearbeitungssoftware auch, Einstellungen für Schärfe, Kontraste und all die anderen Sachen. Sicherlich kann man darüber das Ergebnis beeinflussen, aber mit einer ‚vernünftigen‘ Software hat man da wesentlich mehr Möglichkeiten. Das aber nur am Rande.

Um diese Vorurteile ein bisschen abzubauen bzw. dem ein oder anderen Interessierten einen Weg aufzuzeigen, möchte ich euch heute diese geläufige Methode zur Verbesserung eurer Fotos mal etwas näher bringen. Da steckt auch nichts geheimnisvolles oder aufregendes dahinter, sondern es ist ein völlig unkompliziertes Mittel zur Optimierung für fast alle Arten von Bildern.

„Was ist Dodge & Burn?“

Eigentlich ist das Ganze recht simpel. Alte Hasen kennen das auch schon aus der analogen Zeit der Fotografie. Übersetzt bedeutet ‚Dodge & Burn‘ schlicht ‚Abwedeln & Nachbelichten‘ und beschreibt das Aufhellen bzw. Abdunkeln einzelner Bildelemente oder Bereiche. Früher hat man so etwas in der Dunkelkammer gemacht, heutzutage geht das zum Glück etwas leichter mittels der meisten gängigen Bildbearbeitungsprogramme.

„Wozu brauch ich das?“

Das ist natürlich wie immer Geschmackssache. Aber wer z.B. Porträts mit knackigen Kontrasten liebt, wird darum nicht herumkommen. Das gezielte Herausarbeiten oder Verringern von Lichtern und Schatten, die dunklen Augenringe von der langen Partynacht eliminieren,  grobe Poren verschwinden lassen, Reflexionen des verwendeten Blitzes verringern und noch jede Menge anderer Einsatzzwecke lassen sich da nennen. Mit einem optimalen Lichtsetup und einer guten Visa kann man schon sehr viel erreichen, aber alles geht halt doch nicht. Aber auch in Bereichen in denen man nicht soviel Einflussmöglichkeiten auf das Licht hat, spielt diese Technik eine wichtige Rolle. Etwa in der Landschafts- oder der Architekturfotografie, wo es immer darum geht wichtige Bildteile zu betonen, Strukturen herauszuarbeiten oder unwichtige Randbereiche etwas zu verstecken. Eine nachträglich in das Bild eingefügte Vignette ist im Übrigen nichts anderes als Dodge & Burn, nur das hier üblicherweise eine vereinfachte Funktionsweise zur Erstellung dieser (zumeist) Abschattung zum Tragen kommt.

„Das ist kompliziert und dauert ewig“

Naja zugegeben, wer mit hohen Ansprüchen an ein Bild herangeht, wird auch einige Zeit brauchen um das in Perfektion hinzubekommen. Professionelle Bildbearbeiter sitzen an einem Porträt gerne 8-10 Stunden bis mehrere Tage. Allerdings sind das dann auch wieder die berühmten letzten Prozente die am längsten dauern. Um aus einem ordentlichen (aber meist etwas langweiligen) Ausgangsbild erstmal einen Hingucker zu machen, bedarf es erstmal nur weniger Minuten. Sicherlich ist Dodge & Burn da auch nur eine von mehreren angewandten Methoden, aber eben eine sehr wichtige. Kompliziert ist da auch überhaupt nichts, wie ihr im nächsten Abschnitt sehen werdet.

„Wie mach ich das?“

Es gibt viele Möglichkeiten in Photoshop Dodge & Burn anzuwenden. Angefangen über das Dodge & Burn Werkzeug, die Gradationskurven, diverse Ebenenmodis bis hin zum simplen Malen mit einem dementsprechenden Pinsel auf dem Hintergrund. Alle Wege führen bekanntlich nach Rom. Manche sind halt etwas umständlicher 😉 Deswegen beschreibe ich euch einfach mal die vermutlich einfachste und auch zumeist von mir in Photoshop genutzte Variante:

Zuerst lege mir eine neue, mit neutralem Grau gefüllte Ebene im Modus ‚Weiches Licht‘ über meine Bild. Dann wähle ich das Abwedler (Dodge) Werkzeug aus, stelle den Bereich auf ‚Mitteltöne‘ und die Belichtung auf ca. 5%. Nach der Auswahl einer etwas weicheren Pinselspitze (ca. 80%) kann die eigentliche Arbeit dann auch schon direkt losgehen. Ihr könnt nun mit dem pinselartigen Werkzeug einfach über die zu dunklen Stellen fahren und habt so eine sehr feine Steuerungsmöglichkeit wie stark aufgehellt werden soll. Je öfter ihr über eine Stelle fahrt, desto heller wird sie, ganz einfach. Mit der ‚Alt‘ Taste könnt ihr direkt zum Gegenstück, dem Nachbelichter (Burn) Werkzeug wechseln und zu helle Stellen auf die gleiche Art und Weise abdunkeln. Das war es auch schon. Klingt einfach und ist es auch 😉

Da ich grundsätzlich versuche, sich ständig wiederholende Abläufe zu optimieren, habe ich mir für das Erstellen der Ebene und der Einstellung des Werkzeugs eine Aktion und die passende Werkzeugvorgabe erstellt. Beide könnt ihr euch mittels dem unter dem Beitrag stehenden Link herunterladen. Einfach entpacken, beide Dateien in Photoshop laden und die Aktion auf einem beliebigen, geöffneten Bild ausführen. Wenn ihr Fragen dazu habt oder vielleicht auch Verbesserungsvorschläge – immer her damit. Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

Dodge & Burn

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Ein neuer Arbeitsplatz

Wie ihr ja sicher mitbekommen habt, war ich in letzter Zeit damit beschäftigt mir ein kleines Studio für Porträts und kleinere Setups in unserem Haus aufzubauen. Das ist inzwischen auch soweit gediehen, dass ein vernünftiges Arbeiten möglich ist. Es fehlen eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten wie Dekomaterialien oder ein paar schöne Bilder an der Wand, aber es wird wohl noch eine Weile dauern bis dann alles 100% fertig ist. Ist das überhaupt möglich? Deswegen gibt es hier einstweilen schon mal einen kleinen Einblick für euch.

Studio
Studio

Die Fläche des Raumes beträgt ca. 4x5m, davon sind ca. 3x4m verwendbare Nutzfläche für Shootings, die Höhe beträgt 2,4m. Die durch den fehlenden Platz etwas eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit verhindert natürlich komplexere Lichtsetups oder Shootingaufbauten, auch stehende Ganzkörperporträts von Basketballern gestalten sich etwas schwierig 😉 . Für den vorgesehenen Einsatzzweck macht sich das Ganze aber schon ziemlich gut, wie ich finde. Auf dem Schreibtisch wird anstelle des bisher dort stehenden Notebooks, noch mein EBV-Rechner mit dem 27“ Dell Monitor Platz finden. Das soll mir und einem Model zum einen eine sofortige Kontrollmöglichkeit der gemachten Bilder geben, zum anderen aber auch mein zukünftiger Arbeitsplatz für die Nachbearbeitung werden.

Lichttechnisch bin ich momentan mit 4 Studioblitzen von (2x200Ws, 300Ws und 400Ws), 2 Striplights (35cm x 140cm), 2 Oktaboxen (110cm und 80cm Durchmesser) sowie einer rechteckigen Softbox (110cm x 80cm) ausgestattet. Ein paar Reflektor- und Durchlichtschirme in Größen bis zu 215 cm liegen natürlich auch griffbereit. Dazu kommt das obligatorische Zubehör wie Normalreflektor, Snoot, Abschatter, Aufheller und jede Menge anderer nützlicher Helferlein. Ein Beauty Dish und ein Ringblitz werden aber sicherlich auch irgendwann noch Einzug halten.

Die ersten Shootings sind auch bereits erfolgreich absolviert und die Ergebnisse können sich doch durchaus sehen lassen. Erste Versuche mit Stoff (schwarzer und grauer Molton) hatten mich übrigens sehr schnell dazu bewogen auf Papierhintergrund umzusteigen und eine vernünftige Wandhalterung mit zu verwenden. Sowohl der momentan installierte schwarze Karton als auch die blanke weiße Wand funktionieren als Hintergrund einwandfrei. Ein grauer und ein brauner Hintergrund werden aber wohl auch noch folgen. Das braune aufgewickelte Ding was ihr da momentan seht, ist übrigens so ein Billighintergrund aus China. Der landet aber demnächst auf dem Müll. Vermutlich eine der  negativen Erfahrungen die man mal gemacht haben muss 😉

Diana
Diana
Sarah
Sarah

Sieht doch ganz ordentlich aus, oder? Sicherlich ist das eine oder andere noch verbesserungswürdig, aber für den Anfang bin ich ganz zufrieden. Habt ihr Fragen oder Anregungen? Oder wollt ihr gar selber mal vor meiner Linse stehen? Dann schreibt mir doch einfach.

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Wandbild von Saal Digital

Heute gibt es mal wieder einen kurzen Testbericht zu einem  typischen Fotoprodukt. Dabei geht es auch diesmal um die ansprechende Präsentation eurer Bilder.  Von auf der Festplatte vor sich hin dümpelnden Bilddateien hat ja bekanntlich niemand etwas, man will seine Bilder ja auch zeigen.

Einer der Gründe warum hier in letzter Zeit so wenig Neues kam, ist die Tatsache, dass ich mit dem Aufbau und der Einrichtung eines kleinen Fotostudios in unserem Haus beschäftigt war. Nichts großes, aber für Portraits und ähnliches völlig ausreichend. Für eben dieses war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit ein Bild unserer Tochter ansprechend an die Wand zu bekommen. Da ich bis dato mit den Produkten der Firma Saal im Großen und Ganzen bisher zufrieden war, lag es natürlich nahe, mich in deren Angebot umzusehen.

Also habe ich mich kurzerhand an den Rechner gesetzt und die firmeneigene Software angeworfen. Die Produktpalette ist ja doch recht groß und die Variationen vielfältig, so dass die Auswahl des Bildträgers eigentlich am längsten gedauert hat. Entschieden habe ich mich schließlich für ein Acrylbild mit 60 cm Breite und 40 cm Höhe, sowie einer Stärke von 5mm. Die Erstellung des Bildes ging mittels der Software wie gewohnt leicht von der Hand. Noch kurz eine passende Aufhängung (Standard) gewählt und die Bestellung ging bereits nach ein paar Minuten online raus. Die Lieferung erfolgte bereits 2 Tage später per DHL in einer stabilen Kartonverpackung. Zusätzlich zu der stabilen Rundumverpackung und dem zusätzlich in Folie eingewickelten Bild, war die Acryloberfläche auch nochmal mit einer eigenen Klebefolie geschützt um kleinere Kratzer auf der Oberfläche gänzlich zu vermeiden. Die Halterungen für die Aufhängung sind dem Paket beigelegt und werden einfach auf der Rückseite des Bildes aufgeklebt. Ich nehme an, dass dies aus versandtechnischen Gründen nicht schon vor der Lieferung geschieht.

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Die Farben sehen hier etwas blass aus, aber ich kann euch versichern, dass ist nur der Aufnahme bei schlechtem Licht geschuldet. Das Bild hat eine wirklich überzeugende Tiefenwirkung und Strahlkraft. Die plastische Wirkung des Bildes ließe sich durch die Auswahl einer dickeren Acryplatte zwar sicherlich noch verstärken, aber ich finde die gewählten 5 mm für die Größe des Bildes eigentlich passen. Im übrigen ist das dann natürlich auch immer alles eine Frage des Preises. An der Druckqualität gibt es nichts ebenfalls nichts zu kritisieren, das ganze Bild hinterlässt einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck. Allerdings wirken die Farben auf mich als wenn sie minimal verschoben wären, ähnlich einer minimalen Änderung des Weißabgleichs ins kältere. Wobei das aber wirklich nur bei einem genauen Vergleich mit dem Ausgangsbild auffällt und evtl. auch eine Eigenart des Drucks auf Acryl sein kann. Bei der nächsten Bestellung mache ich aber vorher auf jeden Fall einen Softproof, die passenden ICC Profile können bei Saal ja direkt heruntergeladen werden. Ansonsten bin ich mit dem Bild sehr zufrieden und es wird seinen Platz im Studio einnehmen, sobald ich mal wieder Lust habe eine Bohrmaschine in die Hand zu nehmen 😉

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Fotobuch von Saal Digital

Vor einiger Zeit bekam ich die Gelegenheit das Fotobuch der Firma Saal Digital zu testen. Da ich bisher mit deren Produkten sehr zufrieden war und mir sowieso schon länger mal so ein Buch zulegen wollte, nahm ich die Gelegenheit natürlich gerne war. Ein Porträt-Bildband mit meinen Favoriten des letzen Jahres sollte es werden.

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Hintergrund glätten

Sicherlich kennt jeder das folgende Problem: Da hat man ein tolles Model im Studio fotografiert und eigentlich sind die Bilder richtig klasse geworden, aber leider hat der verwendete Hintergrund Flecken, kleine Risse, Knicke oder sichtbare Falten. Sehr ärgerlich das Ganze und hässlich noch dazu. Aus diesem Grund möchte ich euch heute mal meine derzeitige Methode vorstellen um den Hintergrund während der Bearbeitungsphase wieder richtig schön glatt zu bekommen. Da ich selbst mit Adobe Photoshop arbeite, ist natürlich auch die Beschreibung darauf ausgelegt. Prinzipiell könnt ihr das aber mit jedem Bildbearbeitungsprogramm machen. Alles was ihr dazu benötigt ist eine Software die Ebenen beherrscht und einen eingebauten Weichzeichner hat.

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Abends im Museum

Auf der Suche nach schönen Treppenhäusern und interessanter Architektur bin ich vor kurzem über das Neue Museum Nürnberg gestolpert. Die Bilder im Netz sahen so vielversprechend aus, dass sich ein kurzer Abstecher dorthin förmlich aufdrängte. Das vom Architekten Volker Staab entworfene und im Oktober 1999 eröffnete Museum, zeigt auf über 3000 m² Sammlungs- und Ausstellungsfläche Kunst und Design von den 1950er Jahren bis hin zur Gegenwart. Dabei ist das Museum selbst, vor allem auch wegen seiner nach außen weithin sichtbaren Wendeltreppe, ein architektonisches Highlight und ein dankbares Motiv.

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35mm – Canon oder Sigma?

Am Wochenende bekam ich durch einen glücklichen Umstand das neue Canon EF 35 1,4 L USM II in die Finger. Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt um ein paar Bilder damit zu schießen und es mit der momentanen Lieblingslinse in meiner Tasche, dem Sigma 35 1,4 DG HSM ‚Art‘, zu vergleichen. Sicherlich nicht hoch wissenschaftlich das Ganze, aber ich konnte Erkenntnisse daraus gewinnen und vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen von euch.

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Bilder müssen nicht flach sein

Lange ist es her, dass sich hier was getan hat. Das soll sich ab sofort wieder ändern. Zum Anfang möchte ich euch heute etwas, wie ich finde, besonderes zeigen. Zwar kein Foto, aber es hat schon etwas damit zu tun. Doch zuerst gibt es eine kurze Vorgeschichte dazu:

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Neues Filtersystem

In mir reifte schon über längere Zeit der Wunsch, meine Ansammlung von diversen Grau- und Polfiltern, durch eine flexiblere Lösung zu ersetzen. Mein Ausflug in das Verzasca Tal, tat sein übriges dazu um mich endgültig von der Notwendigkeit eines vernünftigen Filtersystems zu überzeugen. Viele der dort entstandenen Bilder wiesen, bedingt durch den gleichzeitigen Einsatz eines Pol- und eines Graufilters, eine derart starke Vignettierung auf, dass nur noch ein radikaler Beschnitt die Bilder brauchbar machte. Gerade auch hinsichtlich der Möglichkeit zukünftig Verlaufsfilter einsetzen zu können, lag der Erwerb eines universellen Filterhalter mit Einschubfiltern natürlich nahe. Aufgrund meiner vorhandenen Objektive, kam dabei nur ein System für Filter mit mindestens 100mm Breite in Frage.

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